Interview mit Prof. Dr. Herbert Luft zum Kiwanis-Club Mannheim-Kurpfalz
Der Kiwanis-Club Mannheim-Kurpfalz hilft im Rahmen des Projekts "Endspurt" Hauptschülerinnen und Hauptschülern, großteils mit Migrationshintergrund, ihren Schulabschluss zu schaffen. "Endspurt" ist ein Langzeitprojekt, das in den vergangenen vier Jahren alle abschlussgefährdeten Schülerinnen und Schüler erfolgreich durch die Hauptschulfprüfung gebracht hat. Wie der Service-Club Kiwanis, der rein ehrenamtlich arbeitet, dieses ermutigende Ergebnis bewerkstelligt hat, beschreibt der Initiator und Leiter des Projekts "Endspurt", Prof. Dr. Herbert Luft, im Interview mit der Redaktion von Ehrenamt AKTIV.
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Endspurt-Schülerinnen und Schüler des |
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Clubpräsident 2008 Heinz Novotny (Mitte) mit |
Redaktion: Warum engagieren Sie sich für "Endspurt"?
Prof. Dr. Luft: Wir wollen etwas für die Menschen am unteren Rand der Gesellschaft tun, die sich selbst nicht helfen können.
Redaktion: Wer unterstützt Sie bei Ihrem Projekt?
Prof. Dr. Luft: Die Mitglieder des Kiwanis-Clubs Mannheim-Kurpfalz
Redaktion: Was hat Sie zu Ihrem Ehrenamt motiviert?
Prof. Dr. Luft: Alle Mitglieder der Kiwanis Clubs fühlen sich dem Service am Mitmenschen verpflichtet. Es ist ein wichtiger Grund, einem solchen Service Club beizutreten.
Redaktion: Was tun Sie und Ihre Mitstreiter konkret?
Prof. Dr. Luft: Wir suchen die studentischen Mentoren und organisieren die Tutorien in Zusammenarbeit mit dem Rektor und den Klassenlehrern. Der Club begleitet die Arbeit der Mentoren und die Schüler durch das Schuljahr hindurch bis zum Schulabschluss. Wir zahlen auch einen Betrag pro Stunde von 7,50 Euro an die Studenten aus.
Redaktion: Wie wird "Endspurt" finanziert?
Prof. Dr. Luft: Der Club organisiert Benefiz-Veranstaltungen wie Golf-Turniere oder Wohltätigkeitskonzerte, um vom Erlös Endspurt zu finanzieren. In Endspurt V 2008/09 werden wir an 10 Mentoren, die 40 Schüler betreuen, ca. 7.000 Euro auszahlen.
Redaktion: Was erwarten Sie von Ihrer freiwilligen Tätigkeit?
Prof. Dr. Luft: Die Genugtuung geholfen zu haben.
Redaktion: Welche positiven Erfahrungen machen Sie im Rahmen Ihres freiwilligen Engagements?
Prof. Dr. Luft: Es ist schöner, den betroffenen Menschen direkt zu helfen anstatt lediglich Förder-Schecks an Organisationen zu verteilen.
Redaktion: Welche Schwierigkeiten haben Sie bei Ihrem ehrenamtlichen Engagement zu bewältigen? Was haben Sie daraus für Ihre ehrenamtliche Arbeit und / oder Ihr Leben gelernt?
Prof. Dr. Luft: Man muss alle Register der Motivation ziehen, um etwas zu bewegen. Das betrifft die eigenen Clubmitglieder wie auch Behörden, die Schule, die studentische Mentoren und nicht zuletzt die Schüler selbst.
Redaktion: Was gibt Ihnen Ihr Ehrenamt?
Prof. Dr. Luft: Das gute Gefühl etwas sinnvolles für die Gesellschaft gemacht zu haben, im Falle von Endspurt empfinde ich es als Reparaturarbeit an gesellschaftlichen Fehlentwicklungen.
Redaktion: Fühlen Sie sich in Ihrem freiwilligen Engagement anerkannt / gewürdigt?
Prof. Dr. Luft: Wenn Anerkennung die Motivation wäre, müsste ich mit Nein antworten. Weil aber egoistische Motive soweit wie möglich zurückgedrängt werden, ist fehlendes Lob nicht so wichtig. Wenn wir mehr Publizität erwünschen, dann ist das so, weil wir an einem großen gesellschaftlichen Problem arbeiten und vermehrt den Fokus darauf lenken möchten. Unser entwickeltes Modell Hauptschüler „durchzupauken“ kann überhaupt nicht genug kopiert werden. Es müssten in unserem Staat kaum Hauptschüler durchfallen, wenn „Endspurt“ mehr Schule machen würde.
Redaktion: Hätten Sie Interesse, sich noch intensiver ehrenamtlich einzubringen? Falls ja, In welchem Bereich?
Prof. Dr. Luft: Tue ich schon. Unsere Kompetenz liegt auf dem Gebiet der Bildung. Ich bin voll mit Endspurt ausgelastet, zumal wir in diesem Herbst eine weitere Brennpunktschule in unser Projekt aufgenommen haben.
Redaktion: Welche Unterstützung (des Landes / anderer Stellen) erhalten Sie?
Prof. Dr. Luft: Öffentlichwirksame Publizität. Finanziell möchten wir das Projekt weiterhin selbst stemmen, ohne staatliche finanzielle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Redaktion: Wünschen Sie sich (weitere) Unterstützung?
Prof. Dr. Luft: Jeder, der am Projekt mitarbeiten möchte, ist uns im Kiwanis Club Mannheim-Kurpfalz willkommen.
Redaktion: Wo können sich Interessenten, die in Ihrem Projekt mitarbeiten wollen, hinwenden?
Prof. Dr. Luft: Man kann mich unter folgenden Kontaktdaten erreichen:
Prof. Dr. Herbert Luft, Kirchenstr. 7, 68526 Ladenburg, Tel 06203 37 80, Fax 06203 1 68 35, E-Mail: hluftladenburg@aol.com .
Redaktion: Gibt es etwas, was Sie den Website-Besuchern von Ehrenamt AKTIV noch mit auf den Weg geben möchten?
Prof. Dr. Luft: Shakespeare sagte: „Es ist besser eine Kerze anzuzünden, statt die Dunkelheit zu verfluchen.“ Jeder, der die Möglichkeit hat sollte sich ehrenamtlich einbringen. Obwohl der Nutzen ideeller Natur ist, wirft er doch eine reiche Dividende an persönlicher Befriedigung ab.
Herzlichen Dank für dieses Interview, Herr Prof. Dr. Luft!
Weitere Einzelheiten zu den Kiwaniern und ihrem ehrenamtlichen Engagement finden Sie unter:
http://www.kiwanis-mannheim-kurpfalz.de/
