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Was bedeutet eigentlich 'Ehrenamt'?

Neben dem Begriff des 'Ehrenamts' existieren noch weitere Begriffe ähnlicher Bedeutung wie Bürgerschaftliches Engagement, Bürgerengagement, Gesellschaftliches Engagement, Bürgerarbeit, Freiwilligenarbeit oder freiwilliges Engagement und schließlich Bürgergesellschaft und Zivilgesellschaft.

In den meisten Veröffentlichungen der letzten Jahre hat sich der Begriff des 'Bürgerschaftlichen Engagements' (BE) durchgesetzt, BE umfasst Tätigkeiten, die

  • freiwillig 
  • gemeinwohlorientiert und
  • nicht auf materiellen Gewinn gerichtet sind.

Oder anders formuliert:

  • von Frauen, Männern, Kindern und Jugendlichen freiwillig und ohne unmittelbare Gegenleisung erbracht werden,
  • der Verbesserung der Lebenslagen einzelner Personen, der Allgemeinheit oder dem Schutz der natürlichen Lebensgrundlage der Menschen dient und
  • einen Beitrag leistet zur Förderung der Solidarität und des Gemeinsinns in der Gesellschaft.

Diese Definitionen haben alle oben genannten Begriffe und damit Ideen gemeinsam. Man kann das Bürgerschaftliche Engagement jedoch auch in verschiedene Erscheinungsformen einteilen wie:

  • klassisches Ehrenamt
  • gemeinnütiges Engagement ohne Amt
  • kurzzeitiges ungebundenes Engagement und
  • bestimmte Formen der Selbsthilfe.

So gesehen wäre das Ehrenamt eine Sonderform des Bürgerschaftlichen Engagements, was auf der Annahme basiert, dass ehrenamtlich Aktive ein tatsächliches, sozusagen offizielles Amt ausführen wie das der/s Kassenwartin/s oder Schriftführerin/s.

Im Rahmen dieses Wegweisers soll Ehrenamt jedoch ähnlich dem Begriff des 'Bürgerschaftlichen Engagements' weiter gefasst und mit diesem synonym verwendet werden.

Um eine letzte Abgrenzung zu ziehen, sind dem Ehrenamt bzw. Bürgerschaftlichen Engagement solche Tätigkeitsfelder nicht zuzurechnen, die im Rahmen staatlicher Dienstleistungen, privatwirtschaftlich organisierter dienste, professioneller Verbandsarbeit oder der Familien- und Nachbarschaftshilfe ausgeübt werden. Ebenso gehören zwar freiwillige und unentgeltliche Betätigungen, die aber eher der persönlichen Freizeitgestaltung zuzurechnen sind, nicht zum eigentlichen Ehrenamt.

Beispielhafte ehrenamtliche Tätigkeiten finden sich unter Möglichkeiten und Tätigkeiten.

Quellen für die Definitionen:

  • Zukunftskommission 'Gesellschaft 2000' der Landesregierung Baden-Württemberg, 1999: Solidarität und Selbstverantwortung. Von der Risikogesellschaft zur Chancengesellschaft
  • Enquete-Kommission 'Zukunft des Bügerschaftlichen Engagements' des Deutschen Bundestages, 2002: Bürgerschaftliches Engagement: auf dem Weg in eine zukunftsfähige Bürgergesellschaft