Ehrenamtliche sind Kernstück des Albstadter Integrationsbüros
Zehn ehrenamtlich tätige Bürgerinnen und Bürger sind es mittlerweile, die sich im Integrationsbüro der 48.000 Einwohner-Stadt Albstadt für ihre Mitmenschen einsetzen. Hier wird bürgerschaftliches Engagement groß geschrieben. In dem Projekt, das von der Stadt, vom Innenministerium und von der Landesstiftung Baden-Württemberg gefördert wird, geht es in erster Linie um die ehrenamtliche Integrationsbegleitung für bleibeberechtigte Ausländer/innen und für Spätaussiedler/innen.
Die ehrenamtlich tätigen Integrationsbegleiterinnen und -begleiter sehen es vorrangig als ihre Aufgabe an, den bleibeberechtigten Migrantinnen und Migranten bei allen Problemen des alltäglichen Lebens zu helfen. Beispielsweise stehen die freiwillig Aktiven mit Rat und Tat zur Seite in Bereichen wie Sprache, Beruf, Schule, Gesundheit, Vereine oder Freizeit. Sie geben Unterstützung bei der Wohnungssuche, bei Behördenkontakten, bei Arbeitsplatzproblemen, Formularen etc. Wichtig ist der Grundsatz, dass immer die Hilfe zur Selbsthilfe im Vordergrund steht. Das Integrationsbüro hat immer dienstags und donnerstags, jeweils von 8:00 Uhr bis 18:00 Uhr sowie samstags von 8:00 Uhr bis 13:00 Uhr geöffnet.
Projektträger sollen eigenen Weg zur Integration finden
Begonnen hat das Projekt der ehrenamtlichen Integrationsbegleitung bereits 2005, als ein im Auftrag des Innenministerium tätiges Bewertungsgremium aus insgesamt 60 Projektanträgen 20 Projekte aus allen Landesteilen ausgewählt hat und zur Förderung vorschlug. Mit den jeweiligen Trägern, darunter Kommunen, Wohlfahrtsverbände und Kirchen, schloss das Innenministerium dann Verträge über Inhalt, Ausgestaltung und Finanzierung der einzelnen Teilprojekte. Ziel war es, den Projektbewerbern bewusst viel Raum für eigene Ideen und Konzeptionen zu lassen. Sie sollten ihren individuellen Weg zur Integration der Menschen mit Migrationshintergrund in die Gesellschaft vor Ort finden. Mit Fördermitteln von der Landesstiftung in Höhe von 850.000 Euro wurde während einer dreijährigen Projektlaufzeit systematisch erprobt, wie durch die Zusammenarbeit von bürgerschaftlich engagierten Personen und hauptamtlichen Kräften die Integration der betroffenen Menschen begünstigt werden kann.
Die Bedeutung der ehrenamtlichen Tätigkeit ist gewichtig. Und die Verantwortlichen dürfen ohne Übertreibung behaupten, dass die Ehrenamtlichen selbst der Schlüssel zum Erfolg sind. Im Unterschied zu hauptamtlichen Mitarbeitern begegnen sie weniger Vorurteilen und finden leichter Zugang zu den betroffenen Menschen. Das Engagement und das
„Herzblut“ der Integrationsbegleiterinnen und Integrationsbegleiter ist der entscheidende Faktor um Vertrauen zu gewinnen.
Die Ergebnisse des Projekts sind rundum positiv
Der Projektzeitraum ist nun fast abgelaufen. Das Resümee der Verantwortlichen bringt zum Ausdruck, dass sie mit Stolz auf die Erfolge der vergangenen drei Jahre zurückblicken können, weil rund 800 Menschen aus aller Herren Länder im Integrationsbüro Hilfe in vielen Lebenslagen erhalten haben. Die neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger haben außerdem erfahren, dass sie in Albstadt willkommen sind.
Darüber hinaus wurden die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger für weitere Integrationsmaßnahmen sensibilisiert.
Darin liegt unter anderem die Aufgabe des Integrationskomitees, welches das Projekt steuert. Das Komitee legt außerdem die einzelnen Schwerpunkte und Maßnahmen fest und gewährleistet die Vernetzung mit den bisher am Integrationsprozess beteiligten Institutionen. Darüber hinaus ist das Komitee dafür zuständig, die Thematik der Integration der Albstädter Bevölkerung medienwirksam zu vermitteln.
Dazu wurden verschiedene „Marketingmaßnahmen“ durchgeführt und eine enge Zusammenarbeit mit den örtlichen Tageszeitungen aufgebaut. Neben der Verteilung von tausenden Flyern, der Werbung über „give aways“ wie Bonbons, Lineale etc. und Werbeanzeigen sowie Buswerbung traten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Integrationsbüros auch bei öffentlichen Veranstaltungen wie z.B. bei verkaufsoffenen Sonntagen, dem Fest der Kulturen und Einschulungsfeiern auf.
Die Qualifizierung der Integrationsbegleiterinnen und -begleiter erfolgte in Seminaren, die vom Evangelischen Migrationsdienst Württemberg durchgeführt wurden. Zwei hauptamtliche Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die als Geschäftsführer des Projekts eingesetzt sind, haben die Ehrenamtlichen des Integrationsbüros während der gesamten Projektlaufzeit nach Kräften unterstützt.
Von den positiven Wirkungen des Projekts profitiert auch die Stadtverwaltung. Aufgrund der kompetenten Beratung und zielgenauen Vermittlung an die zuständigen Behörden wird ein "Umherirren bei den Ämtern" vermieden. Anträge werden von vornherein mit allen erforderlichen Unterlagen eingereicht, zeitraubende Rückfragen entfallen. Allein schon diese Tatsache macht das Projekt auch für andere Kommunen interessant.
Auch die kommunalpolitische Bedeutung des Projekts ist gewichtig. Durch die eingesetzten Integrationsbegleiter haben ganze Teile der Bevölkerung sich erstmals wirklich wahrgenommen gefühlt. Das Feedback der betreuten Menschen hat immer wieder gezeigt, dass insbesondere die erfahrene Wertschätzung positiv verhaftet bleibt. Das Integrationsbüro hat das Image von Albstadt und seiner Bürgerinnen und Bürger entscheidend geprägt.
Ob das Projekt nach Beendigung des Förderzeitraums aus eigenen Kräften von der Stadt weitergeführt werden kann, ist leider angesichts der derzeit angespannten Finanzlage ungewiss.
Eines kann allerdings mit Sicherheit gesagt werden: Es ist ausdrücklich zur Nachahmung zu empfehlen!
Brigitte Kieser
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Weitere Infos:
Antonius Bero
Stadtverwaltung Albstadt,
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