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Unter dieser Rubrik finden Sie Kurzberichte und Informationen zu besonders interessanten und nachahmenswerten Ehrenamtsprojekten und -aktionen aus dem Bereich Senioren.

 

Seniorenräte aktiv dabei!

Die Seniorenratsarbeit ist ein wichtiger Teil des Bürgerschaftlichen Engagements und unverzichtbar. Seniorenräte übernehmen viele Aufgaben für und in der Gesellschaft und unterstützen dabei nicht nur die Älteren. Sie tragen viel zum besseren Miteinander der Generationen bei.

Der Landesseniorenrat (LSR) hat im Juli 2010 eine Umfrage bei den 42 Kreisseniorenräten und den 140 Seniorenräten in den Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg gestartet. Das Spektrum des Bürgerschaftlichen Engagements, das Seniorenräte initiieren und unterstützen, ist vielfältig. Anhand von sechs Engagementfeldern soll ein Ausschnitt vorgestellt werden.

 

1. Informieren

  • altengerechtes Wohnen, Wohnberatung
  • Vorträge zu Themen wie Gesundheitsvorsorge, Sturzprophylaxe u.v.m.
  • Sicherheit
  • Patientenverfügung, vorsorgende Verfügungen
  • „Ombudsstellen“, Anlaufs- und Vermittlungsstellen
  • Sprechstunden und Infotelefon zu allen Fragen des Alterns
  • „Seniorenwegweiser“ erstellen
  • Freizeitkarten für Senioren herausgeben
  • Seniorenmessen und Seniorentage durchführen
  • Informationen zu Pflegeheimen erstellen     

2. Alt und Jung gemeinsam

Seniorenräte engagieren sich zunehmend für und mit anderen Generationen:

  • Vorleseomas in Kindergärten, Lesepaten an Grundschulen
  • Singen mit Kindern im Kindergarten
  • Schulpatenschaften (gemeinsame Unternehmungen wie Kochen, Basteln etc.)
  • Betreuen von Schulkindern, bei Hausaufgaben helfen
  • Hilfe beim Hauptschulabschluss
  • Bewerbungstraining und Üben des Vorstellungsgesprächs mit Hauptschülern
  • Unterstützen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz
  • Zeitzeugenarbeit
  • Förderunterricht Deutsch für Kinder mit Migrationshintergrund
  • „Stadtputzete“ mit Schülern
  • Lehrlingspatenschaften
  • Unterstützen der Uni-Bibliothek um die Öffnungszeiten zu erhalten
  • Oma- und Opaservice, Großelternpatenschaften für Kinder Alleinerziehender
  • PC-Kurse von Schülern für Senioren
  • Kooperationspartner im Mehrfamilienhaus

       

3. Lebensqualität im Pflegeheim

Pflegeheime ohne Bürgerengagement sind nicht mehr denkbar. Die Seniorenräte sehen eine ihrer wichtigen Aufgaben darin, die Interessen der Bewohnerinnen und Bewohner in den Heimen zu vertreten:

  • Gewinnen, Qualifizieren, Begleiten und Unterstützen von  Heimbeiräten und Heimfürsprechern
  • Erfahrungsaustausch der Heimbeiräte organisieren
  • Gewinnen, Begleiten und Unterstützen Ehrenamtlicher für Pflegeheime
  • Initiieren von Besuchsdiensten
  • Vorlesen und Singen in Pflegeheimen
  • Spiele organisieren
  • Gespräche mit Heimbewohnern führen
  • Rollstuhlausfahrten

 

4. Lebensqualität in der Kommune

Seniorenräte motivieren ältere Menschen, sich für bessere Lebensbedingungen in den Kommunen einzusetzen. Sie unterstützen Menschen dabei, selbst aktiv zu werden und das öffentliche Leben mitzugestalten:

  • Initiieren von Seniorenräten in den Kommunen
  • Zertifikat „Seniorenfreundlicher Service“ im Einzelhandel
  • Zertifikat „Seniorenfreundliche Handwerksbetriebe“
  • Auszeichnung „Seniorenfreundliche Hotels und Gaststätten“
  • Besserer öffentlicher Nahverkehr, mehr Bushaltestellen öffentliche Toiletten („Nette Toilette“)
  • Verbessern der Dienstleistungsangebote (z.B. mehr Briefkästen, Lebensmittelgeschäfte und Postfilialen)
  • „Bücher auf Rädern“
  • Fitness- und Bewegungsparcours initiieren
  • Fragebogenaktion zur Situation älterer Menschen
  • Mitarbeit beim Erstellen von Altenhilfeplänen
  • Unterstützen beim Umsetzen von Bürgerwünschen (Beseitigen von   Gefahrenstellen, Aufstellen von Sitzbänken,
    Verbesserungen im Friedhofsbereich)
  • Sicherheit im Straßenverkehr (mit Verkehrswachten)
  • Sicherheit zu Hause (Prävention mit Polizei) an Fahrkartenautomaten der DB und von Verkehrsbetrieben schulen
  • Kleinreparaturdienst anbieten
  • „Zukunftskonferenzen“ planen, durchführen und auswerten
  • bei der Fortschreibung des Stadtleitbildes mitwirken
  • bei der Einrichtung eines „Patientenmobils“ mitwirken

 

5. Gemeinsam geht’s besser

Ein weiteres Engagementfeld der Seniorenräte dreht sich um Veranstaltungen und Programme, die u.a. auch Lebenshilfe gegen Einsamkeit bieten:

  • Organisation von Frühstücksrunden, Mittagstischen,  Spielenachmittagen, Singen, Boulespielen, Walking, Radfahren, Wandern, Theater- und Konzertbesuche, Gedächtnistraining, Sprachkurse u.v.m.
  • Seniorenakademien und Bildungstage
  • Herausgabe eines Theater- und Konzertkalenders
  • Organisation eines Filmclubs für Senioren
  • Ausstellung „Senioren kreativ“
  • Besuchsdienste
  • Aufbau von Internetcafés
  • Interkulturelles Sprach-Kaffee für Senioren mit Migrationshintergrund
  • Grenzüberschreitende Kooperationen

 

6. Zu Wort melden

Das Engagement der Seniorenräte richtet sich in steigendem Maße auch direkt auf das Mitgestalten des Gemeinwesens. In Gremien und durch Kontakte mit den Verantwortlichen in den Kommunen sind sie Berater und Mitdenker bei der Planung:

  • bei Gemeinderat, Stadtrat und Kreisrat und den jeweiligen Verwaltungen
  • in Heimen
  • bei Parteien und Fraktionen
  • bei Verbänden und Organisationen
  • bei der Altenhilfeplanung
  • bei der DB und Verkehrsbetrieben
  • bei Presse, Rundfunk, Fernsehen

Mit dem Projekt „Langlebigkeit verpflichtet“ hat der LSR von 2007 bis 2009 insgesamt 192 Förderer des Bürgerschaftlichen Engagements älterer Menschen qualifiziert. Vorwiegend aus dem Kreis der Seniorenräte sind diese Multiplikatoren nun Ansprechpartner und Motor für das Engagement älterer Menschen in den Kommunen.

Weitere Infos:

Landesseniorenrat Baden-Württemberg .e.V.
Rotebühlstr. 131
70197 Stuttgart
Tel. 07 11 – 61 38 24
Mail: landesseniorenrat@lsr-bw.de
www.lsr-bw.de

 

 

Aus einer Presseinformation vom 22. November 2010:

Dezentrale Elemente und lokale Bürgernähe beim Verbraucherschutz in Baden-Württemberg

Kreisseniorenrat Tübingen richtet  Beratungsstelle für Verbraucherschutz im Kreis Tübingen ein

Ein Merkmal der Organisationsstruktur des Verbraucherschutzes ist seine  Zentralität. Diese Zentralität ist von der Sache her gerechtfertigt. Um überhaupt mitreden, aufklären  und auf Übervorteilungen oder sogar Betrügereien  aufmerksam machen zu können, ist sehr viel Fachwissen erforderlich. Dieses Wissen zu erwerben, zu vermehren und dann durch Publikationen weiterzugeben, kann allein schon aus Kostengründen nur von zentraler Stelle aus erfolgen.

Dieser, sich aus der Sache  ergebende Aspekt der Zentralität  ist jedoch nur die eine Seite des Verbraucherschutzes. Er bedarf der Ergänzung durch das Prinzip der lokalen Bürgernähe.

Auf der Internetseite « Verbraucherpolitik »  des baden-würtembergischen Verbraucherministeriums heißt es hierzu  «Gute Verbraucherpolitik braucht einen engen Kontakt zum Bürger».

Aus dieser Aussage ergibt sich der Auftrag, Verbraucherinnen und Verbrauchern bei ihren Verbraucher-Entscheidungen bürgernah  – und das heißt immer auch möglichst vor Ort  -  helfend zur Seite zu stehen. Dies gilt namentlich für Seniorinnen und Senioren.

Jeder Bürger kann sich in den zahlreichen Veröffentlichungen von Verbraucherschutz-Institutionen, insbesondere der Verbraucherzentralen oder der Stiftung Warentest, aber auch  im Internet, in einschlägigen Sendungen des Fernsehens und häufigen Zeitschriften- und  Zeitungsartikeln zu verschiedenen Verbraucherschutzthemen  informieren. Ferner gibt es die  Beratungsangebote der Verbraucherzentralen oder auch  Beratungen im Rahmen von Telefonaktionen, wie sie zu verschiedenen Verbraucherthemen von Zeit zu Zeit von Tageszeitungen angeboten werden. 

Wer eine ausführliche persönliche Beratung wünscht, kann sich an die Sprechstunden der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart wenden.

Die Verbraucherzentrale unterhält im Land mehrere örtliche Beratungsstellen. Allerdings ist das Netz  dieser der örtlichen Beratungsstellen   nicht sehr dicht. So existieren im Regierungsbezirk Tübingen nur die beiden  örtlichen Beratungsstellen Ulm und  Friedrichshafen.

In der Region Neckar Neckar-Alb mit den Kreisen Reutlingen, Tübingen und Zollernalb hat die Verbraucherzentrale  an Stelle von örtlichen Beratungsstellen nur jeweils eine  „Infothek“ zur Selbstinformation eingerichtet. Die Infotheken bestehen aus einer Regalwand mit über 50 Themenordnern mit Informationen zu den verschiedenen verbraucherrelevanten Fachsparten. Standorte dieser Infotheken sind die Stadtbibliotheken in Albstadt, Reutlingen und Tübingen. Eine Beratung wird an den Standorten der Infotheken nicht angeboten.

Von älteren Menschen kann man nicht unbedingt erwarten, dass sie sich in einer Infothek alle benötigten  Verbraucher-Informationen selbst zusammensuchen.  Ein  persönlicher   Ansprechpartner am Ort, der  weiter hilft und  weiter vermittelt, dürfte gerade für ältere Menschen hilfreich sein. Ein solcher Service käme auch  anderen Altersgruppen zu Gute.

Der Kreisseniorenrat Tübingen sieht es als seine Aufgabe an, hier eine Lücke zu schließen. Er richtet deshalb eine Beratungsstelle für Verbraucherschutz  im Kreis Tübingen ein.

Diese Beratungsstelle bietet an, im persönlichen Gespräch am Ort bei Fragen des Verbraucherschutzes beratend weiterzuhelfen und - falls erforderlich - weiter zu vermitteln sowie Verbraucher-Informationen transparenter zu machen.

Darüber hinaus soll im Rahmen des Projekts die regionale Öffentlichkeit  auf der Grundlage der gesammelten Erfahrungen über allgemein interessierende aktuelle Verbraucheranliegen informiert werden.

Die Beratungsstelle folgt den 4 Leitlinien:

1. Einfügen eines dezentral-ortsnahen Elements in das aus gutem Grund vom Grundsatz her zentral ausgerichtete System des Verbraucherschutzes mit dem Ziel, lokale Bürgernähe beim Verbraucherschutz herzustellen.

2. Verbraucherschutz auf der örtlichen/regionalen Ebene ist ein weiteres Aktions- feld für das freiwillige Bürgerschaftliche Engagement. Dieses Engagement ermöglicht das  Wahrnehmen von Verbraucherinteressen am Ort / in der Region.

3. Seniorinnen und Senioren nehmen eine brachliegende gesellschaftlich nützliche und bedeutende Aufgabe selbst in die Hand. Sie warten nicht ab, bis „der Staat“ etwas tut.

4. Die von einer Seniorenorganisation getragene und selbstorganisierte Beratungsstelle steht nicht nur älteren Menschen, sondern allen Generationen offen.

Weitere Infos: 

Kreisseniorenrat Tübingen
Schmiedtorstraße 2
72070 Tübingen
fon: 07071 / 9 20 88 67
fax: 07071 / 9 20 88 68
mail: Kreisseniorenrat_Tuebingen@t-online.de

Beratungstelle KSR 2010

Leitlinien