Ehrenamt und Schule
Schülermentorenprogramme in Baden-Württemberg
Für Jugendliche gibt es in Schule und Jugendarbeit eine Vielzahl von Bereichen, in denen sie eigenverantwortlich und ehrenamtlich initiativ werden können. Folgende Schülermentorenprogramme werden im schulischen Bereich angeboten: Mentorenausbildungen-BW-2007 können Sie hier herunterladen.
Die
Schülermentorenprogramme des Landes haben sich in den vergangenen Jahren eindrucksvoll bewährt und als Nährboden für die Bürgergesellschaft erwiesen, indem sie Brücken zum Ehrenamt und zur Übernahme von Funktionen in Verbänden und Vereinen schlagen.
Insbesondere wird durch den Einsatz von Schülermentoren die soziale Stabilität in Klassen und Jugendgruppen gestärkt.
In den Schülermentorenprogrammen erhalten Jugendliche zunächst einmal attraktive und sinnvolle Aufgaben.
Sie erfahren so Anerkennung, erleben den Sinn von Eigeninitiative und gesellschaftlichem Engagement. Insbesondere aber wirken sie auch als Vorbilder und Multiplikatoren für ihre Mitschüler.
Der Mensch lernt von Vorbildern und ahmt ihr Verhalten, wenn es zu den gewünschten Folgen führt, nach, dies hat der Sozialpsychologe Albert Bandura in seiner Theorie des "Lernens am Modell" eindeutig dargelegt. Aber auch ein anderer bedeutender Wissenschaftler war sich der Vorbildfunktionen bewusst, Albert Einstein. Von Ihm stammt der Satz: Es gibt keine andere vernünftige Erziehung, als Vorbild sein, wenn's nicht anders geht, ein abschreckendes".
Ein ausgebildeter Schülermentor sucht seine Einsatzmöglichkeit, er will Mitschüler einbinden, er will seine Fähigkeiten unter Beweis stellen.
Der Schritt für seinen Einsatz als "Junior-Jugendbegleiter" im Rahmen der Ganztagesbetreuung an Schulen liegt nahe.
Mit Ende des Schuljahrs 2006/2007 wurden rund 22.500 Schülermentorinnen und Schülermentoren ausgebildet. Der weitaus größte Teil der ausgebildeten Mentoren kommt aus dem Bereich des Sports.
Den in Baden-Württemberg derzeit durchgeführten Schülermentorenprogrammen sind die folgenden Intentionen, Eckpunkte und Wirkungen gemeinsam:
- Akzeptanz auch bei sozial schwächeren, aggressiveren und psychisch
labileren Mitschülern durch altersgemäßes Einwirken der Mentoren;
- Erwerb und Vermittlung von Schlüsselqualifikationen wie Kreativität,
Flexibilität und Teamgeist, sowie Stärkung des Selbstvertrauens;
- Übernahme von Verantwortung und gemeinwohlorientiertem
ehrenamtlichem Engagement;
- Vermittlung nicht notengebundener Anerkennung, indem Schülerinnen
und Schüler die Schule als Ort der unmittelbaren Entfaltung der
eigenen Fähigkeiten erfahren;
- Vorbild- und Multiplikatorenwirkung durch beispielhafte Eigeninitiative
und Einbindung der Mitschüler;
- Einsatzmöglichkeit auch als "Jugendbegleiter" im Rahmen schulischer
Ganztagsangebote.
Insgesamt haben sich die diversen Schülermentorenprogramme des Landes in ihren persönlichkeitsbildenden Aspekten und der Gewinnung ehrenamtlichen Nachwuchses als wichtiger Beitrag zur Gewaltprävention erwiesen.
Jugendbegleiterprogramm in Baden-Wüttemberg
Schule, Bildung und Betreuung der Schülerinnen und Schüler sind Aufgaben der ganzen Gesellschaft. Mit dem Jugendleiterprogramm Baden-Württemberg sollen mehrere gesellschaftspolitische aktuelle Ziele verwirklicht werden, wie das ganztägige Betreuungsangebot im schulischen Raum zu sichern, die gemeinsame Arbeit aller für Kinder und Jugendliche Verantwortung tragender Personen gestärkt werden und das Ehrenamt in den schulischen Lebensraum junger Menschen intensiv einbezogen werden.
Alle wichtigen Informationen finden sie in der
- Pressemitteilung des Kultusministeriums vom 14.10.2009
- Pressemitteilung des Kultusministeriums zum Fachkongress "Jugendbegleiter.Schule.Medien2.0" in Ludwigsburg vom 05.07.2010
Weitere Informationen:
Individuelle Lernbegleitung für benachteiligte Jugendliche beim Übergang zwischen Schule und Beruf
Am 24.07.2006 fiel der Startschuss zum neuen Projekt des Kultusministeriums zur Förderung benachteiligter Jugendlichen beim Übergang zwischen Schule und Beruf, mit dem Ziel, leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler bei diesem Prozess nachhaltig zu unterstützen. Konkret sollen Haupt-, Förder- und Berufsschülerinnen und -schüler sowie
Jugendliche, die Schulen für Erziehungshilfe besuchen gefördert werden. Dabei handelt es sich um Jugendliche mit Migrationshintergrund, um Jugendliche, die unter Behinderungen und Beeinträchtigungen leiden und
um Schülerinnen und Schüler, die Schwierigkeiten beim Lernen und der Motivation zur Leistung haben.
Alle wichtigen Informationen finden sie in der
Das Themenorientierte Projekt Soziales Engagement an den Realschulen in Baden-Württemberg - TOP SE
Das TOP SE entstand auf Initiative zahlreicher Schulen und außerschulischer Partner, die schon seit Jahren gemeinsame,
in den Schulalltag integrierte Projekte durchführen. Neben den Fächern und Fachverbünden gehören die Themenorientierten Projekte (TOP) seit 2004 zum Regelangebot der Realschulen in Baden-Württemberg. Die vier Themenorientierten Projekte in den Realschulen Baden-Württembergs sind Technisches Arbeiten (TOP TA), Wirtschaften, Verwalten und Recht
(TOP WVR); Berufsorientierung an Realschulen (TOP BORS) und das hier besonders zu erwähnende Themenorientierte Projekt Soziales Engagement (TOP SE).
Informationen finden sie auf der Realschulseite des Kultusministeriums
Weitere Informationen:
Ein ganz besonders gelungenes Projekt stellen wir Ihnen hier vor:
Zukunft gestalten - Bildung für nachhaltige Entwicklung in Baden-Württemberg
Um die Bedeutung von Bildung für das Erreichen einer nachhaltigen Entwicklung hervorzuheben, hat die UN die Jahre 2005 bis 2014 zur Weltdekade Bildung für nachhaltige Entwicklung erklärt. Ziel dieser Dekade ist es, die Prinzipien nachhaltiger Entwicklung weltweit in den nationalen Bildungssystemen zu verankern.
Bereits 2006 wurde im Rahmen der UN-Dekade in Baden-Württemberg das Netzwerk Nachhaltigkeit lernen ins Leben gerufen. Im Bewusstsein, das Land lediglich ein Akteur unter vielen ist, wurden unterschiedliche gesellschaftliche Akteure zur Mitarbeit im Netzwerk eingeladen. Staatliche und zivilgesellschaftliche Akteure wollen im Netzwerk ihren Sachverstand einbringen und gemeinsame Perspektiven entwickeln.
Sowohl in der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung als auch in der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes geht es in Anlehnung an den ehemaligen UN-Generalsekretär Kofi Annan darum, die "einstweilen noch abstrakte Idee einer nachhaltigen Entwicklung zur Realität für Menschen dieser Erde zu machen". Um die Synergien beider Prozesse sinnvoll zu nutzen, wurde die Fortschreibung des Aktionsplanes Zukunft gestalten - Bildung für nachhaltige Entwicklung in Baden-Württemberg aus dem Jahr 2005 auf Vorschlag des Netzwerkes Nachhaltigkeit lernen unter Federführung des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport als Start-Projekt in die Nachhaltigkeitsstrategie eingebunden.
Im Rahmen des Nachhaltigkeitsstrategieprozesses werden im Aktionsplan 2009 für die Bildung für nachhaltige Entwicklung in Baden-Württemberg Handlungsdefizite bzw. -bedarf konstatiert, Leitlinien und Ziele benannt sowie konkrete Maßnahmen dokumentiert. Darüber hinaus wird im vorliegenden Aktionsplan eine Auswahl von Projekten skizziert, die die Differenziertheit und Vielschichtigkeit einer Bildung für nachhaltige Entwicklung in den unterschiedlichsten Bildungsbereichen sichtbar macht.
weitere Informationen zum Thema finden Sie unter:
http://www.dekade-bw.de
"Mitmachen Ehrensache": Dokumentation 2008
„Mitmachen Ehrensache ist ein dynamisches Angebot an der Schnittstelle Jugendarbeit-Schule-Wirtschaft”. Dass diese Aussage völlig zutrifft, hat das Aktionsjahr 2008 eindrücklich bewiesen: 7845 Jugendliche aus 440 Schulen jobbten bei 4803 Arbeitgebern und erarbeiteten die stolze Summe von 176.256 Euro für viele gute Zwecke. Damit hat die Aktion Mitmachen Ehrensache im Vergleich zu 2007 in allen Kategorien erneut deutlich zugelegt. Eine erfreuliche Entwicklung, zu der die rund 350 Botschafterinnen und Botschafter im Land durch ihr engagiertes Bewerben der Aktion an Schulen, bei Presseveranstaltungen und SMV-Kongressen maßgeblich beigetragen haben.
Für ihre Botschaftertätigkeit wurden sie beim zweiten landesweiten Botschafterseminar im September 2008 an der Evangelischen Akademie Bad Boll und durch gezielte regionale Botschaftertreffen gut vorbereitet.
Die 2007 von der Robert-Bosch-Stiftung geförderten Maßnahmen zur landesweiten Botschafterqualifizierung wurden 2008 fortgesetzt, darauf aufbauend bildete sich beim Botschafterseminar in Bad Boll eine landesweite Botschafter-AG. Diese Arbeitsgruppe hat sich inzwischen schon zwei Mal getroffen, um zusammen mit den Organisatoren die Aktion Mitmachen Ehrensache jugendgerecht weiterzuentwickeln. So werden 2009 die Kommunikationsmittel neu gestaltet und die digitale landesweite Botschaftervernetzung vorangetrieben.
Auf der politischen Ebene gab es 2008 eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg. Kultusstaatssekretär Georg Wacker MdL, Ehrenamtsbeauftragter der Landesregierung, empfing die Botschafter von Mitmachen Ehrensache zum landesweiten Start der Aktion im Neuen Schloss in Stuttgart und lobte bei dieser Veranstaltung zum ersten Mal Preise für besonders erfolgreiche Akteure im Mitmachen Ehrensache-Netzwerk aus. Am Mitmachen Ehrensache-Aktionstag besuchte Staatssekretär Wacker Jugendliche bei ihrem Arbeitsplatz vor Ort und im April 2009 zeichnete er die Mitmachen Ehrensache-Preisträger 2008 in feierlichem Rahmen aus.
Als neuen Mitmachen Ehrensache-Partner konnte der Landkreis Tübingen gewonnen werden, hier wurde eigens eine neue 50%-Stelle zur Organisation der Aktion geschaffen. Weitere Infos unter
http://www.kultusportal-bw.de/servlet/PB/menu/1252094/index.html.
